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Schnitte aus dem 17. Jahrhundert
Er war der erste Mensch, der Bakterien sah, der erste, der mit einem — selbstgebauten — Mikroskop in die Wunderwelt_ der Mikrobiologie hineinblicken konnte: Antoni van Leeuwenhoek, holländischer Kaufmann Und Naturforscher aus Liebhaberei.
Im Jahr 1674 schickte der Pionier einige Proben an die Londoner Royal Society, der renommiertesten wissenschaftlichen Vereinigung ihrer Zeit. Dieser Tage wurden die seitdem verschollenen Präparate in der Royal Society wiederge^ fanden — intakt: neun kleine Umschläge, die unter anderem Sektionsschnitte durch Kork, den Sehnerv einer Kuh und das Mark eines Holunderzweiges enthielten. In einem Fall kamen getrocknete Algen zum Vorschein, die Wissenschaftler nun im Labor wiederherzustellen versuchen.
Entdeckt wurden die Uralt>Proben von dem britischen Biologen, Mikroskopie-Fachmann und Autor Brian J. Ford beim Studium der Briefe Leeuwenhoeks an die Royal Society. „Historiker schauten gewöhnlich nur auf die Mikrofilmkopien der Briefe", erklärt Ford seinen Fund, „so daß sie die dahinter angebrachten Umschläge nicht sehen konnten". . , .. ".
Ford ließ drei der Umschläge unberührt für den Fall, daß künftige Techniken sichtbar machen könnten, wie Leeuwenhoek seine Proben präparierte. „Das sind wundervolle Schnitte, 200 Jahre vor ihrer Zeit", meint Ford.
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Niemand wußte bisher, daß Leeuwenhoek fähig war, aus Proben so feine Schnitte anzufertigen, und manche Wissenschaftler hatten sogar bezweifelt, ob er in der Lage gewesen war, Bakterien zu sehen. Ford konnte jedoch mit einem von Leeuwenhoeks Original-Mikroskopen (sie werden im Universitätsmuseum Utrecht aufbewahrt) eine der wiedergefundenen Korkproben untersuchen — und so beweisen, daß es die nur 25 Tausendstel Millimeter großen Korkzellen eindeutig sichtbar macht. „Ich sah auch Bakterien in einem Abstrich meines Speichels", erzählt Ford und erinnert sich daran, daß Leeuwenhoek ähnliche Mikrobenarten als erster beobachtet hatte. Solche Bakterien sind nur sieben bis acht Tausendstel Millimeter lang.
Leeuwenhoeks Mikroskope sind nach modernem Maßstab primitiv, waren aber dennoch sehr wirkungsvoll. Sie bestanden aus nicht mehr als einer einzigen, winzigen Linse, kaum größer als ein Sandkorn, die im Loch eines Metallstreifens angebracht war. Die Probe balancierte auf einer Nadelspitze vor der Linse, wobei die Nadel mit Hilfe von Schrauben justiert und somit die Probe fokussiert werden konnte. Damit konnte, wie Ford bewies, eine mehr als 250fache Vergrößerung erzielt werden. Dank ihr vermochte Leeuwerthoek stäbchenförmige, runde, and spiealig; ger> formtCiBäkterieniu beobachten «nd-zu-reichnen; aberi_ auch-«iözellige Tiere, Algen, Hefezellen, rote Btatkörpefcheff, Spermietr und die" Kapillar ren-des Bkttsystems.= ''<-'■'■ :'?■->- ,VV-V:E.-.?










