Brian J. Ford Die geheime Sprache der Natur Wie Tiere und Pflanzen sich
verständigen (Sensitive Souls,
1998)
Deuticke 1998 Übersetzt von Andrea
Voss 296 Seiten ISBN: 3216303667
Von Alfred
Ohswald am 23.09.2000 Im ersten
Teil beschreibt Ford die Sinnesorgane des Menschen. Danach geht's zu
den Sinnesorganen der Tiere und ihren daraus resultierenden
Leistungen vor allem in der Kommunikation untereinander.
Nacheinander beschreibt er Säugetiere, Vögel, Fische und alle
anderen Tierarten unter diesem Aspekt. Von den außergewöhnlichen
Gehörsinn von Elefanten, Feldermäusen, Delphinen, Eulen, Wahlen
u.s.w. über die bemerkenswerten Fähigkeiten verschiedener
Insektenarten bei der Organisation ihrer Staatsgebilde, den
Fähigkeiten von Affen bei der gegenseitigen Verständigung bringt er
zahlreiche Beispiele für tierische Talente. Danach kommen
noch zwei ausführliche Teile über Pflanzen und, besonders
umfangreich, Kleinstlebewesen. Mit Letzteren hat sich Ford
offensichtlich selbst ausführlich beschäftigt.
Das weit gestreckte Themengebiet sorgt natürlich dafür, dass Ford
manche Beispiele nur wenig ausführlich beschreiben kann. In manchen
Bereichen ist er auch nicht annähernd auf dem neuesten Stand. So
schreibt er in dem Teil über die Versuche, Menschenaffen mit Hilfe
von Symboltastaturen eine Art Sprache beizubringen über den einen
Teil der Zeichensprache mächtigen Gorilla und die Versuche mit
Schimpansen und Symboltastaturen, kennt aber anscheinend die viel
bemerkenswerteren Erfolge mit dem Bobonoweibchen (Zwergschimpanse)
Kanzi und ihren Jungen noch nicht. Auch bei seinen
Versuchen, bei tierischem Handeln möglichst immer Intelligenz zu
finden, wendet er oft abenteuerliche Argumente an. So beschreibt er
bestimmte Handlungsweisen von Ameisen, und meint dann, dass diese
nicht ein genügend großes Hirn besäßen, um diese Handlungsweisen
darin fix vorgegeben zu haben. Sie müssten statt dessen eine gewisse
Intelligenz besitzen. Wenn das Gehirn schon für das Speichern fixer
Abläufe zu klein sein soll, wie soll es dann die viel größere
Kapazität aufbringen, die für Denken notwendig ist? Noch weiter
hergeholt scheinen dann seine Versuche, bei Pflanzen und Einzellern
bewusstes Handeln zu erkennen. So wird einem
begrüßenswerter Versuch, Tieren nicht grundsätzlich jegliches
Bewusstsein abzusprechen, eher geschadet. Das Buch enthält einige
interessante Beispiele und ist dadurch durchaus lesenswert, aber die
Schlussfolgerungen des Autors sind eher fragwürdiger Natur.
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